Schokolade - eine Grenzziehung

Schokolade - eine Grenzziehung

Zuerst haben wir es ja nicht glauben wollen. 28° Celsius im Oktober. Ohne Föhn. Im Burgenland. Bitte, das ist ja nicht normal, oder? Der Sommer muss doch einmal zu Ende gehen. Jetzt können wir es ja auch nicht glauben. Die kalten Herbstwinde, der feuchte Morgen und um 18:00 ist es so finster als wäre es Mitternacht. Der Sommer kann doch nicht einfach vorbei sein! Bitte, das nasse Wetter ist doch nicht normal, oder?
In diesem Übergang von warm auf kalt - Achtung, die erste Kollegin liegt bereits mit Verkühlung im Bett und die Omi hustet auch schon! - braucht es dringend einen Wärmespender und Seelentröster, dick wie eine Daunendecke für die Kehle, heiß wie die sommerlichen Sonnenstrahlen und aromatisch wie der Besuch auf dem orientalischen Gewürzmarkt: eine heiße Schokolade

Milch mit Kakao oder Schokolade ist uns allen seit Kindertagen wohl vertraut. Bei mir gab es Bensdorp gaugau bei der Grinzinger Großmutter und Ovomaltine bei der Freundin aus dem 2. Stock. Die Schweden trinken en kopp choklad, die Finnen delektieren sich an kaakao. Ob cacao oder cioccolata, chocolat oder chocolate: Es geht eine feine Linie durch Europa und trennt den kargen Norden vom opulenten Süden - der Schokoladenäquator. Während sich die einen am flüssigen Kakao wärmen, schwelgen die anderen in heißer Schokolade.

Schweiz, Österreich, Deutschland und der hohe Norden trinken vornehmlich Kakao, also Milch oder Wasser, in das Kakaopulver gerührt wird. Eine überaus flüssige Angelegenheit. Der Franzose verwendet geriebene Schokolade, wie sie auch in ausgewählten Wiener Kaffeehäusern gerne serviert wird: warm aber dünnflüssig mit einer Konsistenz wie Kaffee.
Ein Stückchen südlicher sieht die Sache schon anders aus. Der Spanier tunkt seine churros in dickflüssige chocolate caliente und in Trieste serviert nicht nur Cafe Hausbrandt mit der cioccolata calda eine Spezialität, in der der Löffel nahezu steckenbleibt und die bei uns als flüssiger Schokopudding durchginge.

Das Geheimnis dieser glückselig machenden Kalorienbombe: die Verwendung von Kakaopulver und Schokolade gleichermaßen und das eine oder andere Löffelchen Stärke.

Cioccolata calda

  • 300ml Milch (nicht fettreduziert!)

  • 50 g Schokolade (Bitter oder Milch)

  • 70 g Kakaopulver

  • 35 g Stärke (manche schwören auf 15 g Mais- und 20 g Kartoffelstärke oder Reismehl)

  • Zucker nach Belieben (2-3 Löffel, am Besten ausprobieren)

  • Prise Salz

für 1-3 Personen
Stärke, Zucker, Salz und Kakaopulver sieben, wie Pudding in etwas kalter Milch auflösen. Dabei rühren, bis alle Klümpchen weg sind. Mit der restlichen Milch erwärmen, dabei ständig rühren, bis die Masse etwas eindickt. Die geriebene Schokolade dazugeben, unter Rühren auflösen und heiß genießen.
Tipp:  Die Milch mit Kardamon, Vanille, Ingwer oder Chili aromatisieren, dh. mit den Gewürzen aufkochen und dann das aufgelöste Stärke-Zucker-Kakao-Gemisch einrühren.

Übrigens: Die heiße Schokolade erfreute sich schon Ende des 17. Jahrhunderts großer Beliebtheit, vor allem am Englischen Königshof. Das Rezept des Hauses Hannover aus dem 18. Jahrhundert unterscheidet sich doch leicht von heute Üblichem … und wäre durchaus eine Alternative für Veganer.
50 g dunkle Schokolade mit 350 ml Portwein oder Sherry oder Wein langsam erhitzen (Mischung darf nicht kochen!), etwas Speisestärke untermixen und nach Bedarf süßen. Nach Geschmack Vanille oder Zimt hinzufügen. Die Mischung aufschlagen und heiß servieren.

Happy Halloween - Kürbis im Glas

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Herbstzeit

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