ice tea? iced tea? Hauptsache eiskalt!

ice tea? iced tea? Hauptsache eiskalt!

Mariss Jansons und die Wiener Philharmoniker geben Béla Bartók und Tschaikowskys Pathéthique. Im großen Saal ist es drückend heiß, die Klimaanlage nimmt wie üblich erst im letzten Satz ihren Betrieb auf. Vor dem Musikverein ist es nicht besser. Der langersehnte Regen trifft auf den aufgeheizten Asphalt, Wien wird auch klimatisch zum Großstadtdschungel. Schnell nach Hause und abkühlen. Gut, dass ich in der Früh noch Eistee gemacht habe. So einen richtigen ice tea. Oder doch iced tea? Pfeiff auf die englische Grammatik, Hauptsache eiskalt!

coldbrew ice(d) tea

  • 10 g Tee (je nach Sorte 2-3 Teelöffel)
  • 1 Liter kaltes Wasser

Blatt- oder Früchtetee in ein Gefäß geben, mit kaltem Wasser aufgießen und im Kühlschrank ziehen lassen. Die Ziehzeit liegt zwischen 1 und 4 Stunden. Ich setze den Tee meistens am Abend an und lasse ihn über Nacht ziehen. Durch ein feines Sieb seihen. Nach Wunsch mit Früchten, Kräutern verfeinern. Nach Belieben süßen.

Bei der herkömmlichen Teezubereitung wird der Tee heiß aufgegossen und dann abgekühlt. Das Ergebnis schmeckt gut, aber anders als mit der cold brew Methode hergestellter Eistee. Denn das kalte Wasser löst überwiegend die Aromastoffe. Die Bitterstoffe werden nur durch heißes Wasser freigelegt.
Blatttees werden bei der Herstellung bereits erhitzt, sie sind daher weniger anfällig für Bakterien und Keime. Für Früchte- oder Kräutertees sollte nur qualitativ hochwertige Bio-Ware verwendet werden, da der Abkochprozess entfällt.

Im Handel gibt es verschiedene Teezubereiter, zum Teil mit bereits integriertem Sieb. Nicht alle sind auch wirklich praktisch, vor allem was die Reinigung betrifft. Die Beveristas schwören auf die spülmaschinenfesten Glasflaschen von Hario.

Und die korrekte Schreibweise?

Alles eine Frage der Elision!

Bei einer Elision werden beim Sprechen oft Laute weggelassen, um den Sprachfluss zu erleichtern oder beschleunigen. Beispielsweise das unbetonte „e“ in der letzten Wortsilbe: wir sagen ich geb statt ich gebe, ich geh statt ich gehe.

Was dem Deutschsprachigen sein e, ist dem Englischsprachigen sein „d“. Hier geht es vorwiegend um die Vermeidung von Konsonantenclustern. ice cream war früher iced cream, mit der zungenbrecherischen Konsonantenkombination [sdkr]. Das d ist zugunsten der leichteren Aussprache weggefallen.

Eine ähnliche Entwicklung findet nun bei iced tea [sdt] – ice tea [st] und iced coffee [sdk] – ice coffee [sk] statt. Der Lautwandel zeigt sich zuerst in der Umgangsprache und im gesprochenen Wort. Mit der Zeit wird er verschriftlicht und die reduzierte Form findet ihren Eingang in die Schriftsprache.
Zumindest beim ice tea wird das in manchen Gebieten allerdings noch ein paar Jahre dauern. So hat etwa Marktführer Lipton seine Homepage mit iced tea für den amerikanischen Markt und in einer ice tea Variante für den Rest der Welt.

Werbe-Hinweis: In diesem Blogpost wird Hario als Hersteller genannt und verlinkt. Dabei handelt es sich um eine reine Empfehlung. Zwischen Beveristas und dem genannten Anbieter bestehen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels keine Geschäftsbeziehungen.

 

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